Entspannt reisen, Neues entdecken und das Leben genießen
Seit ich im Ruhestand bin, hat sich meine Art zu reisen verändert. Früher musste möglichst viel in wenige Urlaubstage passen. Heute möchte ich nicht mehr von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen. Ich will morgens in Ruhe frühstücken, durch kleine Gassen schlendern und auch einmal eine Stunde auf einer Bank sitzen, ohne dabei das Gefühl zu haben, wertvolle Zeit zu verlieren.
Für mich bedeutet Reisen heute vor allem Freiheit. Ich muss niemandem mehr beweisen, wie viele Kilometer ich an einem Tag schaffe. Ein schöner Ausblick, ein gutes Essen und eine angenehme Unterkunft sind mir wichtiger geworden als ein vollgepacktes Besichtigungsprogramm.
Bei der Auswahl der folgenden Reiseziele habe ich deshalb besonders auf ein angenehmes Klima, gute Erreichbarkeit, schöne Landschaften und genügend Möglichkeiten für ruhige Ausflüge geachtet.

1. Die Algarve in Portugal
Die Algarve gehört für mich zu den schönsten Küstenregionen Europas. Besonders beeindruckend sind die goldfarbenen Felsen, die kleinen Buchten und die langen Spazierwege oberhalb des Meeres.
Orte wie Lagos, Tavira oder Carvoeiro sind gute Ausgangspunkte für einen entspannten Urlaub. Tavira gefällt mir besonders gut, weil die Stadt ihren portugiesischen Charakter bewahrt hat und deutlich ruhiger wirkt als manche größeren Ferienorte.
Die beste Reisezeit ist meiner Meinung nach das Frühjahr oder der frühe Herbst. Dann ist es angenehm warm, aber meistens nicht so heiß und überfüllt wie im Hochsommer. Auch für Spaziergänge, kleine Wanderungen und Ausflüge sind April, Mai, September und Oktober besonders angenehm. Portugal Getaways empfiehlt diese Zeiten ebenfalls für Besichtigungen und Unternehmungen im Freien.
Mein Tipp: Eine Bootsfahrt zu den Felsgrotten sollte man sich nicht entgehen lassen. Wer nicht mehr so beweglich ist, sollte vorher nach einem gut zugänglichen Boot und einer Einstiegshilfe fragen.

2. Mallorca abseits des Trubels
Bei Mallorca denken viele zuerst an volle Strände und laute Partys. Dabei besitzt die Insel eine ganz andere, wunderschöne Seite.
Im Nordwesten liegen Orte wie Sóller, Deià und Valldemossa. Dort findet man alte Steinhäuser, Olivenhaine und herrliche Ausblicke auf die Berge. Auch der kleine Zug zwischen Palma und Sóller ist ein schönes Erlebnis. Er fährt gemütlich durch die Landschaft und ist ideal für alle, die die Insel ohne lange Wanderungen kennenlernen möchten.
Für einen ruhigen Badeurlaub eignen sich beispielsweise Cala Ratjada, Port de Pollença oder Colònia de Sant Jordi. Wer flexibel ist, sollte nicht im Juli oder August reisen. Im Frühjahr blüht die Insel, während der Herbst oft noch angenehm warm ist.
Mein Tipp: Lieber ein Hotel in einem kleineren Ort auswählen und von dort einzelne Tagesausflüge unternehmen. So erlebt man Mallorca viel entspannter.
3. Südtirol in Italien
Südtirol ist ein Reiseziel, an dem ich mich sofort wohlfühlen könnte. Die Kombination aus Bergen, gepflegten Orten, gutem Essen und italienischer Lebensfreude ist einfach etwas Besonderes.
Meran eignet sich sehr gut für einen erholsamen Urlaub. Die Stadt ist überschaubar, besitzt eine schöne Promenade und bietet viele Spazierwege, für die man kein geübter Bergwanderer sein muss. Mit Seilbahnen und Bussen erreicht man außerdem zahlreiche Aussichtspunkte, ohne große Höhenunterschiede zu Fuß bewältigen zu müssen.
Auch Bozen, Brixen und die Gegend rund um den Kalterer See sind schöne Ziele. Besonders angenehm ist die Zeit im Mai und Juni oder im September und Oktober.
Praktisch ist die Mobilcard. Mit ihr können öffentliche Verkehrsmittel in Südtirol für einen, drei oder sieben aufeinanderfolgende Tage genutzt werden. Dadurch kann das Auto an vielen Urlaubstagen einfach stehen bleiben. Aktuelle Informationen gibt es auf der offiziellen Südtirol-Seite.
Mein Tipp: Bei der Buchung nachfragen, ob die Unterkunft einen Gästepass für Bus und Bahn anbietet. Dieser ist bei einigen Gastgebern bereits im Übernachtungspreis enthalten.

4. Der Gardasee in Italien
Der Gardasee ist seit vielen Jahren ein beliebtes Reiseziel – und das aus gutem Grund. Das blaue Wasser, die Berge und die kleinen Orte am Ufer ergeben eine Landschaft, an der ich mich kaum sattsehen kann.
Für einen ruhigeren Aufenthalt würde ich eher Orte wie Garda, Bardolino oder Malcesine wählen. Riva del Garda ist ebenfalls sehenswert, kann in der Hauptsaison jedoch recht belebt sein.
Besonders schön sind die Schiffsfahrten über den See. Dabei kann man verschiedene Orte besuchen, ohne selbst fahren und ständig einen Parkplatz suchen zu müssen. Allerdings besitzen einige historische Ortskerne steile Gassen und Kopfsteinpflaster. Wer einen Rollator benutzt oder nicht mehr gut zu Fuß ist, sollte die Lage der Unterkunft deshalb genau prüfen.
Mein Tipp: Ein Hotel nahe der Uferpromenade wählen. Dann sind Restaurants, Cafés und Schiffsanleger meistens bequem erreichbar.

5. Madeira
Madeira trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Blumeninsel“. Das ganze Jahr über findet man dort eine üppige Pflanzenwelt, beeindruckende Küsten und traumhafte Aussichtspunkte.
Funchal ist ein guter Ausgangspunkt. Die Stadt bietet eine schöne Altstadt, eine Markthalle, Parks und zahlreiche Restaurants. Von dort lassen sich geführte Inselrundfahrten unternehmen. Das ist besonders angenehm, weil viele Straßen auf Madeira kurvenreich und steil sind.
Ganz wichtig: Madeira ist keine flache Insel. Wer Schwierigkeiten beim Gehen hat, sollte bei der Hotelauswahl auf die genaue Lage achten. „Nur 500 Meter vom Zentrum entfernt“ kann dort bedeuten, dass man einen kräftigen Anstieg bewältigen muss.
Mein Tipp: Eine Unterkunft mit Shuttlebus oder guter Busverbindung wählen. Dann lässt sich die Insel wesentlich entspannter entdecken.

6. Der Bleder See in Slowenien
Slowenien wird bei der Urlaubsplanung häufig übersehen. Dabei ist das Land landschaftlich wunderschön und von Deutschland aus noch gut erreichbar.
Der Bleder See wirkt mit seiner kleinen Insel und der Kirche beinahe wie ein Motiv aus einem Bilderbuch. Rund um den See gibt es Spazierwege, Cafés und immer wieder Bänke mit einem herrlichen Ausblick.
Von Bled aus kann man außerdem Ausflüge nach Ljubljana oder zum Bohinjer See unternehmen. Die Entfernungen innerhalb des Landes sind überschaubar, sodass man nicht stundenlang im Auto sitzen muss.
Mein Tipp: Nicht nur für einen Tagesausflug kommen. Wer einige Nächte bleibt, erlebt den See morgens und am Abend, wenn viele Tagesgäste wieder abgereist sind.

7. Kreta in Griechenland
Kreta ist nicht nur eine Insel für Badeurlauber. Sie besitzt kleine Bergdörfer, historische Städte, Olivenhaine und eine Küche, die allein schon eine Reise wert ist.
Chania und Rethymno haben wunderschöne Altstädte mit venezianischen Häfen. Allerdings gibt es dort auch Kopfsteinpflaster und teilweise hohe Bordsteine. Für einen bequemeren Aufenthalt empfiehlt sich ein Hotel etwas außerhalb der historischen Gassen, aber dennoch in erreichbarer Nähe.
Mai, Juni, September und Oktober sind für ältere Reisende meist angenehmer als der sehr heiße Hochsommer. Das Meer ist im Herbst häufig noch warm genug zum Baden.
Was mir an Kreta besonders gefällt, ist die gelassene Atmosphäre. Man bestellt einen Kaffee, beobachtet das Leben auf dem Dorfplatz und merkt plötzlich, dass zwei Stunden vergangen sind. Genau das gehört für mich zu einem gelungenen Urlaub.
Mein Tipp: Einen Mietwagen nur nehmen, wenn man sich auf schmalen und kurvigen Straßen sicher fühlt. Ansonsten sind organisierte Tagesausflüge eine bequeme Alternative.

8. Zeeland in den Niederlanden
Nicht jeder schöne Urlaub muss weit entfernt sein. Die niederländische Provinz Zeeland bietet breite Strände, kleine Küstenorte und sehr viel Ruhe.
Orte wie Domburg, Zoutelande oder Renesse eignen sich gut für einen entspannten Aufenthalt am Meer. Die Wege sind größtenteils flach und deshalb auch für gemütliche Spaziergänge und Radtouren geeignet.
An manchen Strandzugängen müssen allerdings Dünen oder Treppen überwunden werden. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, sollte vor der Buchung prüfen, ob in der Nähe ein barrierearmer Zugang vorhanden ist.
Zeeland ist für mich ein ideales Ziel, wenn man frische Seeluft genießen möchte, aber keine Flugreise unternehmen will.
Mein Tipp: Eine Ferienwohnung mit Parkplatz und möglichst kurzem Weg zum Ortszentrum buchen. So bleibt man unabhängig, ohne für jede Kleinigkeit das Auto benutzen zu müssen.

9. Die deutsche Ostseeküste
Auch in Deutschland gibt es Reiseziele, die Urlaubsgefühle wecken. Die Ostseeküste mit ihren Seebrücken, Promenaden und weißen Bädervillen gehört für mich eindeutig dazu.
Besonders schön sind Kühlungsborn, Grömitz, Travemünde sowie die Inseln Rügen und Usedom. Viele Orte haben lange, flache Promenaden und zahlreiche Sitzmöglichkeiten. Das macht sie auch für Reisende interessant, die keine langen Strecken mehr laufen können.
Die Ostsee hat zudem einen praktischen Vorteil: Es gibt keine Sprachprobleme, keine fremde Währung und je nach Wohnort ist die Anreise mit der Bahn oder dem Auto möglich.
Natürlich kann das Wetter wechselhaft sein. Deshalb achte ich bei der Auswahl des Urlaubsortes immer darauf, dass es neben dem Strand auch Cafés, Museen oder andere Ausflugsmöglichkeiten gibt.
Mein Tipp: Juni und September sind häufig ruhiger als die Sommerferien. Eine leichte Regenjacke gehört trotzdem ins Gepäck.

10. Das Elsass in Frankreich
Das Elsass ist ideal für alle, die schöne Orte, gutes Essen und gemütliche Tagesausflüge mögen. Fachwerkhäuser, Weinberge und kleine Plätze bestimmen das Bild.
Colmar ist wohl die bekannteste Stadt der Region. Mindestens genauso reizvoll sind kleinere Orte wie Riquewihr, Eguisheim und Kaysersberg. Man sollte allerdings wissen, dass die alten Ortskerne häufig Kopfsteinpflaster besitzen.
Ein großer Vorteil des Elsass ist die kurze Anreise aus Deutschland. Für viele Urlauber ist deshalb nicht einmal ein Flug notwendig. Die Region eignet sich sowohl für ein verlängertes Wochenende als auch für einen längeren Aufenthalt.
Mein Tipp: Eine Unterkunft etwas außerhalb der bekanntesten Orte wählen. Dort ist es oft ruhiger, und die Preise sind meist angenehmer. Für die Ausflüge in die Weindörfer sollte man genügend Zeit einplanen – nicht wegen der Entfernung, sondern weil man ständig stehen bleiben und fotografieren möchte.

Welches Reiseziel passt zu mir?
Das schönste Reiseziel ist nicht automatisch das bekannteste. Entscheidend ist, was man persönlich von seinem Urlaub erwartet.
Wer Sonne und Meer sucht, ist an der Algarve, auf Mallorca oder Kreta gut aufgehoben. Für Berge und leichte Wanderungen bieten sich Südtirol und Slowenien an. Wer nicht fliegen möchte, findet an der Ostsee, in Zeeland oder im Elsass wunderbare Möglichkeiten.
Vor der Buchung stelle ich mir inzwischen immer einige einfache Fragen:
- Wie weit ist das Hotel vom Ortszentrum entfernt?
- Gibt es einen Aufzug?
- Muss ich viele Treppen oder Steigungen bewältigen?
- Sind Ärzte und Apotheken gut erreichbar?
- Kann ich Ausflüge auch ohne Auto unternehmen?
- Ist eine Auslandskrankenversicherung vorhanden?
- Wie heiß ist es zur geplanten Reisezeit?
Diese Punkte klingen vielleicht wenig romantisch. Sie entscheiden aber oft darüber, ob ein Urlaub wirklich erholsam wird.
Mein persönliches Fazit
Das Schöne am Reisen im Ruhestand ist die neue Freiheit. Wir können außerhalb der Ferienzeiten verreisen, länger an einem Ort bleiben und unseren Tagesablauf selbst bestimmen.
Ich muss heute nicht mehr alles sehen. Lieber besuche ich drei schöne Orte in Ruhe, als zehn Sehenswürdigkeiten im Eiltempo abzuhaken. Ein Urlaub ist für mich dann gelungen, wenn ich entspannt nach Hause komme, schöne Erinnerungen mitbringe und bereits darüber nachdenke, wohin die nächste Reise gehen könnte.
Denn für neue Erlebnisse ist man nie zu alt. Man muss nur das Reiseziel finden, das zum eigenen Tempo passt.
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